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Disclaimer: Die Terminrubrik ist eine Plattform für kreisweite Aktionen und Veranstaltungen zu den Themenbereichen Rassismus und Rechtsextremismus und ihren Facetten. Die Fachstelle NRWeltoffen stellt die Termine ein, ist jedoch nicht gleichzusetzen als Veranstalterin. Gern können wir auch zugesendete Termine einstellen unter post@gegenrechts.info

07.11.2026

Aufbrüche - Dem Faschismus begegnen

Lesung der Herforder AutorInnen-Gruppe

Samstag, 07.11.2026, 19 Uhr

Villa Kunterbunt, Kaiser-Wilhelm-Str. 2 (1. Etage) in Bünde

Aus aktuellem Anlass und in Fortführung des Erinnerns an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 liest die Herforder AutorInnen-Gruppe am Samstag, 7. November, 19 Uhr, in der „Villa Kunterbunt“, Kaiser-Wilhelm-Straße 2 (1. Etage), in Bünde Lyrik und Prosa über das Aufbrechen von Gewohnheiten und den Aufbruch zu einem menschlichen Miteinander, gegen Rassismus, Faschismus, und für ein schönes Leben.  

„Es bedarf nicht einmal der Erinnerung und keines Gedenkens an die düsteren Kapitel der deutschen Geschichte“, sagt der Bünder Autor Nicolas Bröggelwirth und meint damit den blauen Elefanten, der mitten in der Republik steht. „Jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen und muss eigene Antworten auf den drohenden Faschismus finden, der nicht nur ein Spiegel der Vergangenheit ist, sondern sich in ganz konkreter Form in den letzten Jahren in dieser Demokratie manifestiert.“ Literatur kann auf einen Sinn im Leben zeigen, der nicht dem Modus der Verwertbarkeit und Herrschaft folgt, glaubt die Gruppe und zeigt sich in diesem Punkt geschlossen.

„Insofern geht es besonders um das Eröffnen von lebendigen Prozessen und um das ,ins Leben lauschen’“, so der Philosoph Ralf Burnicki. „Eva von Redecker zufolge sei ein gutes Mittel gegen Faschisierungen die Förderung der Vielfalt der Vorstellungskraft und damit verbunden eine reiche Sprache.“ Bei der Lesung ginge es daher um Erweiterungen der Vorstellungskraft, nicht allein um politisches Mahnen an die Nazi-Verbrechen. „Natürlich haben wir nicht auf alles Antworten, die schon morgen aus dieser Welt eine bessere, tolerantere und lebenswertere machen könnten“, sagt die Romanautorin Kerstin Honerkamp. „Aber wer zu unseren Lesungen kommt, weiß, dass er nicht allein ist. Aus dem gemeinsamen Erleben unserer Texte kann man Hoffnung mitnehmen.“

Und Petra Czernitzki ergänzt: „Vielleicht ist die Literatur ein Mittel, das uns zu uns selbst - in unserer Vielheit – zu helfen vermag.“ Michael Helm sagt: „Neurechte Ideologien erfordern aktuelle widerständige Antworten. Der gegenwärtige Faschismus ist eben nicht der der Vergangenheit.“ Die Mitglieder der Herforder AutorInnen-Gruppe sind einzeln wie auch als Gemeinschaft durch zahlreiche Lesungen über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Michael Helm, Autor von Kurzprosa und Rezitator, begreift in den von ihm gestalteten Lesungen die Stimme als prägendes Element von Literatur.

Kerstin Honerkamp aus Bünde, Autorin von Theaterstücken und Gedichten, setzt sich kompromisslos für das Zwischenmenschliche ein. Den Widrigkeiten des Alltags widersteht stets auf humorvolle und zugleich tiefsinnige Weise die Romanautorin und Lyrikerin Petra Czernitzki, und der Humor kommt auch bei dem Bünder Autor Nicolas Bröggelwirth nicht zu kurz, wenn er mit der ihm eigenen Ausdrucksfähigkeit Nationalismus und Konservatismus aufs Korn und den manchmal erhobenen Zeigefinger nimmt. Eindringlich sind auch die bildhaften Gedichte von Ralf Burnicki, die auf eine offene und pluralistische Gesellschaft abzielen. “

Die Zuhörerschaft erwartet ein vielseitiges Literaturereignis, das zum Nachdenken anregt“, heißt es von den Veranstaltenden, zu denen neben der Gruppe das Jugendzentrum „Villa Kunterbunt“ zählt. Der Eintritt ist kostenfrei. Eine Spende für das Jugendzentrum ist erwünscht.  

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