Februar 2019

Dokumentarfilm

Nachlass

Das Kuratorium »Erinnern Forschen Gedenken« lädt für Montag, 4. Februar, ab 19.30 Uhr zu einem Abend mit Film und Filmgespräch ins Capitol Kino, Elisabethstraße 1a, ein.

Gezeigt wird der Film »Nachlass«, ein Dokumentarfilm von Christoph Hübner und Gabriele Voss.

Im Zentrum des Films stehen Menschen, die nach dem Krieg geboren sind, oft schon die zweite oder dritte Generation. Sie alle sind mit dem Erbe des Nationalsozialismus befasst, vor allem durch die Geschichte in der eigenen Familie. Sieben Kinder und Enkel von NS-Tätern, Wehrmachtsangehörigen und Holocaust-Überlebenden erzählen davon, wie Unausgesprochenes, Schuldgefühle und Traumata die Beziehungen zu ihren Vätern und Großvätern geprägt haben und wie befreiend die Auseinandersetzung mit diesem Vermächtnis für sie ist. Das Schweigen der Väter brechen die Kinder und Enkel.

Die Regisseure Christoph Hübner und Gabriele Voss sind anwesend und im Anschluss an die Vorstellung bereit zum Gespräch.

 

Der Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten.


Vortrag

Für immer fremd-bestimmt? Zum Vorwurf, ein Token zu sein. Eine materialistisch-feministische Perspektive

Begrifflich ist ein Token ein “Zeichen” eine symbolhafte Geste. Der Ursprung des Begriffes findet sich bei Martin Luther King. In einem Artikel für die New York Times beschrieb er 1962 das Konzept des Tokenismus als eine Minimalakzeptanz von schwarzen Personen in eigentlich weiß dominierten Bereichen, um die schwarze Bewegung zu besänftigen und vermeintliche Akzeptanz für Schwarze im Generellen aufzuzeigen.
Der Begriff des Tokenismus erfuhr durch Forschungen von Roseboth Moss Kanter in den 1970er Jahren in einer Organisationsstudie eine neue Bedeutung. Token werde hier als eine Gruppe extremer Minderheiten beschrieben, wie etwa vereinzelte Frauen in klassischen Männerberufen.
Kritisiert werden in beiden Definitionen die ausbeuterischen Verhältnisse, in denen sich die sogenannten Token befinden. Es gibt die Erkenntnis, dass Ausbeutung durch Lohnarbeit gerade Frauen und nichtweiße Personen gehäuft in besonderer Härte trifft. Doch anstatt an diese Punkte anzuknüpfen und die Netzwerke zu analysieren, in denen Rassismus, Patriarchat und Kapitalismus aufeinandertreffen, fällt die Verantwortung im queerfeministischen Spektrum durch den Begriff token - hier verwendet als Äquivalent für Alibikanakinnen ohne eigenständige Meinung - auf jene zurück, welche am meisten unter diesen Umständen zu kämpfen haben: Nicht-weiße, prekär lebende Frauen.
Hinter diesem Konflikt steht ein politischer Kampf um öffentlichen Raum und Richtung, welchem wir uns stellen müssen. Welche Themen umfasst die “Gesamtheit” einer materialistisch- feministischen Perspektive für die Zukunft und welche Felder des Antirassismus fehlen ihr aktuell, um den Kampf um Raum und Öffentlichkeit mit genügend Schlagkraft führen zu können?

Tara Falsafi lebt in Hannover und verbringt ihre Freizeit gerne bei den Kreisligaspielen des SV Linden 07. Außerdem sind ihre Kernthemen Antifaschismus, materialistischer Feminismus und wo man das beste und erschwinglichste Essen in jeder Stadt erwirbt. Sie twittert - und nimmt Essensempfehlungen an - unter @Sternenrot!

Vortrag von Tara Falsafi

Donnerstag, 21.02.2019, 19:00 Uhr
Villa Kunterbunt, Kaiser-Wilhelm-Str. 2, 32257 Bünde
Eintritt frei

Veranstalter_innen:

Initiative 9. November Bünde
c/o Verein Jugendzentrum Bünde e.V.
Postfach 2011
32220 Bünde
9.November@gmx.de
https://www.facebook.com/9NovemberBuende/

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