03.10.2018

Film

Shoah - Film von Claude Lanzmann

Der französische Filmemacher Claude Lanzmann legte Mitte der 80er Jahre mit SHOAH eine der radikalsten und umfassendsten Filmarbeiten über die Vernichtung des europäischen Judentums im Nationalsozialismus vor. 12 Jahre Arbeit, 350 Stunden Material, 9 1/2 Stunden Film gegen das Vergessen.
Dabei verzichtet dieses epische Großprojekt auf Musik, auch auf jegliche Form des Kommentars und vor allem auf historisches Archivmaterial – auf die Bilder von Massengräbern, Gaskammern, von ausgemergelten Körpern. Im Mittelpunkt stehen nicht die Dokumente der Vergangenheit, sondern die Gegenwärtigkeit des Erinnerns. Lanzmann besuchte die Orte der Vernichtung, die ›Todesfabriken‹ Chelmno, Belzec, Sobibor, Treblinka, Auschwitz und fand Orte vor, über die Gras gewachsen war. Daher die Insistenz, mit der er in Polen, in Israel, in den USA, in Deutschland letzte Augenzeugen der Katastrophe – seltene Überlebende der »Sonderkommandos«, Zuschauer und auch NS-Täter – ausfindig machte und zu Deportation und Lageralltag befragte.
Das Erlebte aber drängt mit aller Kraft ins Vergessen. Es bedurfte eines hohen, psychologisch geschulten Aufwands und einer ausgefeilten Fragetechnik, um die Befragten zum Sprechen zu bringen und ihnen zu entlocken, was nicht bewältigt werden kann. Ohne chronologische Anordnung und bewusst fragmentarisch präsentiert, ergeben die Interviews ein subtil gewobenes Geflecht ineinander verschränkter Perspektiven auf das Unbegreifliche.
40 Jahre nach Kriegsende fertig gestellt, erregte der Film Aufsehen und Bewunderung, lief auf etlichen Festivals, war mehrfach im Fernsehen zu sehen. »Der größte Dokumentarfilm über zeitgenössische Geschichte, der je gedreht wurde« Marcel Ophüls

Kamera: Dominique Chapuis, Jimmy Glasberg, William Lubchansky
Regie: Claude Lanzmann
Schnitt: Ziva Postec, Anna Ruiz
Ton: Bernard Aubouy, Vionnet Michel
Produktion: Les Films Aleph, Historia Films, WDR
Frankreich, 1985

Es wird einen Ruheraum mit der Möglichkeit für Gespräche sowie Essen und Getränken geben.

Mittwoch, 3. Oktober 2018, 10 Uhr, Kommunales Kino Lichtblick, Lübbeckerstraße 69, Kirchlengern

Veranstalter: Initiative 9. November Bünde

https://www.facebook.com/events/160915818148666/

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